Wohnbebauung Rheinauer See Mannheim

4 Mehrfamilienhäuser mit 56 Wohneinheiten, 4 Stadthäuser und 2 Tiefgaragen mit 48 Stellplätzen

Projektdaten


Auftraggeber: Bonava Deutschland GmbH

Gesamtgebiet: ca. 26.250 m²
Nettobauland: ca. 18.500 m²

Wohnfläche: ca. 5.430 m²
Kubatur: ca. 31.090 m³

Städtebaulicher Entwurf: 2013
Bebauungsplan: 2014

Ausführung: 2015 - 2017
Fertigstellung: 06/2017

Städtebau und Bebauungsplan: Sabine Bockhacker
Umweltbelange zum Bebauungsplan: Dorothea Alt
Entwurf: Markus Greif
Planung: Nicolas Reber
Projektleitung: Veit Schmid
Freianlagen: Kerstin Hagmann
Fotos: Johannes Vogt, Mannheim

Beschreibung


Das neue Wohnquartier in Mannheim- Rheinau wurde zwischen der bestehenden Wohnbebauung und dem Rheinauer Baggersee geplant und entwickelt.
Im Westen, entlang der Rohrhofer Straße, bilden die vier Mehrfamilienhäuser mit vier Vollgeschossen und einem Staffelgeschoss eine Raumkante zur Rohrhofer Straße, die Gebäude orientieren sich dabei an der bestehenden Bebauung.
Über Reihen- und Doppelhäuser im mittleren Bereich des Quartiers, nimmt die Neubebauung sowohl in der Höhe als auch in der Körnung Richtung See ab, um einen weichen Übergang in die Landschaft zu erreichen. Besonderer Wert wurde auf eine großzügige Durchgrünung des Plangebietes gelegt. Ein zentraler Grünzug durchzieht das Gebiet von

Norden nach Süden. Das Grün nimmt zugleich Fußwege und Retentionsflächen auf. Gleichzeitig wurden weitere Grünflächen über Kinderspielplätze belebt und gestaltet.


Nach Aufgabe der Tennisanlage wurde 2007 ein Bebauungsplan erstellt und mit der Erschließung des Gebietes begonnen. Ein anschließendes Normenkontrollverfahren erklärte den Bebauungsplan 2010 für unwirksam. Anfang 2013 wurde daher eine städtebauliche Mehrfachbeauftragung durchgeführt.
Insbesondere waren das bereits verlegte Erschließungsnetz sowie klimatische Anforderungen zu berücksichtigen. Auf Basis des Wettbewerbsentwurf wurde das Städtebauliche Konzept für den Auftraggeber, insbesondere für den Teilbereich Geschosswohnungsbau, optimiert und das Bebauungsplanverfahren im verkürzten Verfahren gemäß § 13a BauGB durchgeführt.

Um keine artenschutzrechtlichen Verbotstatbestände auszulösen, wurden die erforderlichen Maßnahmen parallel zum Bebauungsplanverfahren realisiert. Danach wurden die weiteren Auffüllungen des Geländes durchgeführt.



In der Mitte des Quartiers bilden die Gärten der Reihenhäuser und Doppelhäuser, zusammen mit der öffentlichen Grünfläche eine zentrale Grünzone mit Retentions- und Spielflächen. Nach Westen bilden vier Mehrfamilienhäuser zur belebten Rohrhofer Straße hin den Quartiersabschluss. Deren Gärten und Spielbereiche liegen auf der Tiefgarage und werden durch eine bepflanzte Gabionenwand geschützt.

Der Übergang am Seeuferweg ist geprägt durch eine lockere Bebauung mit Seevillen. Die Gartenflächen sind durch die Gliederung auf unterschiedlichen Geschossebenen topografisch belebt. Bei den Seevillen sorgen eigene Zisternen für die Regenwasserspeicherung und Nutzung für die Gartenbewässerung.

Unterschiedliche Spielmöglichkeiten sind bei den Mehrfamilienhäusern, in der grünen Mitte und einem Aktionsspielplatz im südöstlichen Quartiersbereich verteilt. Letzterer ist auch für die Öffentlichkeit nutzbar. Dort wird der Geländesprung von bis zu 4 m durch Spieltürme, Brücken, etc. für vielfältige Spielangebote wie Rollenspiele, Klettern, Balancieren und Rutschen genutzt.

Der obere, ovale Platz bietet einen schönen Blick über den See. Dicht bepflanzte Böschungen können durch die Kinder „entdeckt“ werden und die untere Hackschnitzelfläche ist mit einer Schaukel und einer Drehscheibe bereichert.



Das gesamte Regenwasser des Quartiers wird entweder in Zisternen zur weiteren Nutzung gesammelt, unterirdisch versickert oder in offenen, flachen Mulden zur Versickerung eingeleitet. Diese sind so modelliert, dass sie zusätzlich als Spielflächen für Ball- und Bewegungsspiele genutzt werden können.

Auch den artenschutzrechtlichen Belangen konnte direkt im Gebiet Raum geboten werden. Notwendige Lärmschutzwälle und Wände wurden mit artenreichen Ansaaten eingesät. Die Ersatzbiotope für die vorhandene Eidechsenpopulation wurde in die Gesamtstrukturen integriert.