Laubenviertel Jahnstraße TSG Gelände Leonberg "Wohn- und Begegnungsraum für Alle"

Nichtoffenes Investorenauswahlverfahren - 2. Preis 2017

Projektdaten


143 Wohneinheiten davon 133 Wohneinheiten in Mehrfamilienhäusern und 10 Wohneinheiten für Doppel- und Reihenhäuser mit 240 Stellplätzen

Auslober: Stadt Leonberg
Auftraggeber: Siedlungswerk GmbH

Gesamtgebiet: ca. 18.300 m²
Nettobauland: ca. 12.650 m²
Bruttogrundfläche (BGF) ca. 14.900 m²

Entwurf: Ulrich Neumann,Thomas Hirsch und
Kyoung Hee Jeon
Freianlagen: Ursula Staudenrausch
Modell: Kateryna Jochen

Beschreibung


Das „Laubenviertel Jahnstraße“ soll ein Wohn- und Begegnungsraum für Alle werden – im Sinne einer Allmende – und wird daher konsequent barrierefrei für alle Bewohner und Besucher des sozial gemischten Quartiers ausgestaltet. Entsprechend den unterschiedlichen Wohnbedürfnissen von jungen Menschen, Menschen im mittleren Alter und Älteren, sowie Menschen mit besonderen Anforderungen, wie Nutzer mit Handicap, werden individuell unterschiedliche Wohngrundrisse entwickelt. Das Wohnangebot reicht von großzügigen 5-Zimmer-Wohnungen, familiengerechten 4-Zimmer-Wohnungen

über einen großen Anteil an 3-Zimmer-Wohnungen verschiedener Größe bis zu 2-Zimmer-Wohnungen sowie Reihen- und Doppelhäuser.
Eine besondere Wohnform stellt die Wohngruppe für Behinderte dar. Wohnfolgeeinrichtungen wie die Kinderbetreuung und stadtteilintegrierende Dienstleistungen erhöhen den Wohnwert auf kurzen Wegen und vernetzen das Gebiet mit dem unmittelbaren Umfeld. Von besonderer Bedeutung ist ein Quartiersraum für alle Nutzer. Im Inneren ermöglichen Wohnhöfe, Lauben und Plätze eine hohe Aufenthaltsqualität im Freien.

Laubenviertel Jahnstraße  TSG Gelände Leonberg

Das architektonische Konzept folgt der Grundidee der Förderung nachbarschaftlicher Bezüge. Die Hochbauten formen als Punkt, Zeile und Winkel eine Abfolge kleiner Plätze. Wohnhöfe und Spielstraßen um den zentralen Quartiersplatz mit seinem parkartigen Charakter schaffen großzügige Freiräume im Innern. Um allen Bewohnern eine barrierefreie Teilhabe und Begegnung zu erlauben finden sich im Gebiet Straßen und Wege mit max. 3 % Gefälle. Das Gebiet präsentiert sich als eine sanft geneigte Fläche. Der Geländesprung zwischen der Jahnstraße und der Sportplatzfläche wird durch eine Geländeaufschüttung ausgeglichen.

Die städtebauliche Idee eines 3- bis 4-geschossigen kammartig gegliederten Gebäudeensembles an der befahrenen Feuerbacher Straße erlaubt ruhige Wohnqualitäten nach innen. Wintergärten und Loggien nutzen die Südorientierung und können zudem für die Wärmeversorgung in Wert gesetzt werden. Auf der anderen Seite der zentralen, grünen Mitte staffelt sich das Wohngebiet in der Höhe ab mit 2- bis 4-geschossigen, kleinteilig strukturierten Mehrfamilienhäusern sowie Reihen- und Doppelhäusern – ein harmonischer Übergang zur Nachbarschaftsbebauung.


Das Freiflächenkonzept vernäht in Ost-West Richtung die Stadtlandschaft mit den wertvollen Streuobstwiesen und den Flurflächen der freien Landschaft.
Dies geschieht zum einen durch den mittigen, parkartigen Grünzug als verbindendes Element zwischen Stadtlandschaft, Streuobstwiesen und freier Flur, zum anderen durch die stilprägenden Lauben im gesamten Quartier. Als Auftakt ein großes Laubenelement im Bereich der Außengastronomie, ein weiteres am Quartiersplatz und eine dritte Laube am Aussichtspodest mit Blick in die freie Landschaft. Kleinere Lauben in den Wohnhöfen und den Dachgärten erlauben geschützte Aufenthalte im Freien. Die Bündelung von Spielflächen für Kinder und Aufenthaltsmöglichkeiten für Menschen jeden Alters mit und ohne Handicap fördert das gemeinschaftliche Miteinander.