Haus am Teuringer Oberteuringen

Familientreff, Büro für Gemeinwesenarbeit, Cafe, Mediathek mit gemeinsamen Foyer (Marktplatz), Kinderhaus, Förder- und Begegnungsstätte für Menschen mit Behinderung (BBF), 20 barrierefreie Wohnungen und Tiefgarage

Projektdaten


Auftraggeber: Gemeinde Oberteuringen

Wohnfläche: ca. 1.540 m²
Nutzfläche: ca. 2.430 m²
Brutto- Grundfläche: ca. 7.030 m²
Kubatur: ca. 26.190 m³
Fertigstellung: 06/2018

Entwurf: Carmen Nemenz, Hajo Kiehl, Stefanie Gruschwitz, Kristine Hagelstein und Birgit Lang
Planung: Hajo Kiehl, Ralf Ritter und Mucius Ruffmann
Freianlagen: Cornelia Franke und Anke Zeiger-Coffin
Fotos: Dieter Engelhorn, Esslingen

Beschreibung


Unter dem Motto „Inklusives Oberteuringen“ wird von der Gemeinde Oberteuringen – in Zusammenarbeit mit der Stiftung Liebenau – das Konzept eines offenen Hauses, eines Begegnungsortes für Jung und Alt, Familien, Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen entwickelt. Das einzigartige Pilotprojekt vereint diese Nutzungen architektonisch unter einem Dach.
Herzstück der Anlage ist der „Marktplatz“ mit Café: Ein einladender, lebendiger Begegnungsort, der von den ihn umrahmenden Nutzungen bespielt wird. Über die großflächige Glasfassade wird der Außenraum mit einbezogen: Es werden visuelle und funktionale Bezüge hergestellt – zur einen Seite zum öffentlichen Platz, zur anderen zum gemeinschaftlich genutzten Garten.


Das Haus am Teuringer wird neben dem Ortszentrum mit Rathaus und St.-Martin-Kirche und dem Kulturhaus „Mühle“ das dritte wichtige, öffentlich wirksame Feld im Zentrum Oberteuringens.
Neben den öffentlichen Nutzungen Mediathek, Förder- und Begegnungsstätte für Menschen mit Behinderung (BBF), Kinderhaus, Familientreff, Gemeinschaftsräumen, Café sowie dem Büro für Gemeinwesenarbeit beinhaltet das Gebäude in den beiden Obergeschossen auch 20 barrierefreie Wohnungen.
Die Laubengänge, über die die Geschosse erschlossen werden, sind Teil der Philosophie des „offenen Hauses“. Während die Wohnungen den Garten an der Süd- und Westseite einrahmen, bildet im Osten das zweigeschossige Kinderhaus, im Norden eine begrünte Arkade den räumlichen Abschluss, so dass der Garten als Teil des Hauses wahrgenommen wird. Seine gemeinschaftliche Nutzung hat Pilotcharakter. Die klare Formensprache, reduziert auf wenige, wiederkehrende Gestaltungselemente, verleiht dem Gebäude einen zeitlos modernen Charakter.


Drei unterschiedliche Nutzungen teilen sich den Innenhof des Haus am Teuringer. Das Kinderhaus, die Förder- und Begegnungsstätte für Menschen mit Behinderung und der Familientreff.
Der Innenhof ist von drei Seiten durch Gebäude gefasst, die Nordseite wird halbtransparent durch eine Arkadenstruktur geschlossen. Das Zentrum des Innenhofes bildet eine Linde mit einem Sitzdeck darunter. BBF und Kinderhaus teilen sich gemeinschaftlich diesen Freiraum.
Dabei wurde bei der Geräteauswahl darauf geachtet, dass auch die Erwachsenen diese mitnutzen können. Neben einer Kletteranlage und Nestschaukel wurden Spielgeräte, die die Sinnesentwicklung fördern, eingebaut.
Die Nutzung des Familientreffs ist abgetrennt, fügt sich optisch jedoch in die Gesamtgestaltung ein. Der Freibereich der Kleinkinder wurde im 1. Obergeschoss angelegt.


Bebauungsplan "Bachäcker"
Basierend auf den städtebaulichen Entwurf wurde für das 5,2 ha große Gebiet ein Bebauungsplan erstellt. Dieser besteht zum Großteil aus Flächen für ein Allgemeines Wohngebiet (WA) für Mehrfamilien-, Einzel-, Doppelhäuser und für Wohnhäuser für Menschen mit Beeinträchtigung. In der festgesetzten Fläche für Gemeinbedarf wurde die planungsrechtliche Voraussetzung für die Realisierung des Hauses am Teuringer geschaffen.

Grünordnungsplan
Durch das Freiflächenkonzept werden Eingriffe in die Natur und Landschaft minimiert und teilweise ausgeglichen.
Das neue Wohngebiet mit integriertem „Lebensraum-Campus“ wird durch Vermeidungs- und Minimierungsmaßnahmen gut in die Landschaft eingebunden. Der Umweltbericht mit integriertem Grünordnungsplan beinhaltet die Ermittlung erheblicher Eingriffe in die Schutzgüter des Naturhaushaltes und des Landschaftsbildes. Er gibt Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen vor.