Pflegeheim Weiherstraße Esslingen

56 Pflegezimmer, 12 Tagespflegeplätze, Verwaltung, Café und Tiefgarage mit 15 Stellplätzen und 4 oberirdische Stellplätze

Projektdaten


Auftraggeber: Städtische Pflegeheime Esslingen

Grundstücksgröße: ca. 2.025 m²
Nutzfläche: ca. 3.500 m²
Kubatur: ca. 15.560 m³
Baukosten: ca. 7,0 Mio €
Fertigstellung: 09/2017

Entwurf: Carmen Nemenz, Stefanie Gruschwitz, Birgit Lang und Kristine Hagelstein
Planung: Veit Schmid, Florian Schneider und Hajo Kiehl
Freianlagen: Kerstin Hagmann
Bauleitung: Steffen Braun
Fotos: Horst Rudel, Stuttgart und
Dieter Engelhorn, Esslingen

Beschreibung


Der Neubau ersetzt das Ladenzentrum aus den 1970-er Jahren und definiert den südlichen Abschluss der bestehenden Gartenstadt neu. Die 3 versetzt angeordneten kubischen Baukörper fügen sich in Form und Größe in den Bestand ein und setzen einen Akzent an der Ecke Weiherstraße | Breslauer Straße.

Das sehr kleine, dreieckig geschnittene Grundstück zwang zu einer, für die Nutzung untypischen, Grundrissform. Jedoch entspricht die städtebauliche Gliederung des Baukörpers funktional der Unterteilung der Hausgemeinschaften, deren Gemeinschaftsbereich im transparent gestalteten, zum Park orientierten Zwischenbau liegt.


Die zunächst ungewöhnliche Grundrissform bietet Chancen, die im Pflegeheim eher selten anzutreffen sind: kurze Flure, intime - maximal sechs Zimmer umfassende - Kleinbereiche, eine Vielzahl an Eckzimmern mit Ausblicken in den lebendigen Straßenraum oder die Parklandschaft der Gartenstadt.
Während in den Obergeschossen die vier Hausgemeinschaften untergebracht sind, beinhaltet das Erdgeschoss die zentralen Einrichtungen. Die transparente Fassade lässt Außen- und Innenraum optisch ineinander fließen: der Platzbereich vor dem Eingang geht über das zentrale Foyer in den beschützten Gartenbereich über, der von der Kulisse der alten Bestandsbäume profitiert. Um das Foyer gruppieren sich Verwaltung, Tagespflege sowie das Café, das öffentlich genutzt werden kann und den Platzraum belebt.
Das Untergeschoss gründet zum Teil auf der ursprünglichen Tiefgarage des früheren Einkaufzentrums.
Guter Schallschutz zu den Straßen bei geringer Wandstärke, hohe energetische Qualität als KFW-55-Haus und geringes Gewicht aus statischen Gründen waren Anforderungen, die sich durch die Ausführung großer Teile der Außenwände als Leichtbaukonstruktion - mit Trockenbauwänden - erfüllen ließen. Der Wechsel von Massiv- und Trockenbau ist formal als Gliederung der bis zu 5-geschossigen Fassade erkennbar. Umlaufende Bänder als deutlich wahrnehmbares Relief, der Wechsel aus farbigen Putzflächen und bodentiefen Fenstern verleihen dem Gebäude Identität.


Die 3 Kuben des Gebäudes umschließen unterschiedlich genutzte Freibereiche.
Während der öffentliche Platzraum vor dem Eingang mit Solitärbaum und Sitzmöglichkeiten durch die Außenbewirtung des Cafés zusätzlich belebt wird, ist der geschützte Garten an der Nordseite den Bewohnern des Pflegeheimes zugeordnet. Der ruhige Freibereich mit Solitärbaum, Hochbeeten und Bänken sitzt zum Park hin leicht erhöht, wie ein Balkon mit Blick ins Grüne.
An der Westseite liegt die Terrasse der Tagespflege, Gemeinschaftsaktivitäten im Freien können im Gartenbereich an der Ostseite stattfinden. Der bestehende Park sowie der Fußweg bleibt in seiner Form und Funktionsfähigkeit erhalten.

Die Übergänge zwischen der vorhandenen Freifläche und der neu geschaffenen sind fließend und harmonisch.