Orschel-Hagen Süd Reutlingen

Städtebaulicher Ideenwettbewerb - 1. Preis 2012

Projektdaten


Auftraggeber: GWG Reutlingen

Gesamtgebiet: ca. 48.300 m²
Private Flächen: ca. 32.725 m²
Verkehrsflächen: ca. 7.575 m²
öffentl. Grünflächen: ca. 8.000 m²
Wohneinheiten gesamt: 247
Bebauungsplan: 2015-2018

Entwurf: Ulrich Neumann und Thomas Hirsch
Freianlagen: Planstatt Senner
Bebauungsplan: Nicolas Pollich und Kornelia Brändle
Modell: Nicolas Reber

Beschreibung


Der neue Stadtteil Orschel-Hagen Süd zeichnet sich durch eine 2-5 geschossige Bebauung aus, die sich in elf Wohnhöfe unterteilt. Der Wohnhof mit seinen differenzierten Wohntypologien stellt das zentrale Element des Entwurfs dar. In Nord-Südrichtung verlaufen Grünzonen, in denen die privaten Gärten der Anwohner, die notwendigen Retensionsflächen und die öffentlichen Grünverknüpfungen des Gebietes liegen. Im Süden endet das Wohngebiet mit mehreren 4- und 5-geschossigen Wohngebäuden, die einen großartigen Blick auf die Achalm bieten. Im Osten schließt eine weitflächige Parkanlage mit Sport und Spielterrassen an das neue Wohngebiet an.

Die Parkanlage nimmt die vorhandene Grünkonzeption von Orschel-Hagen auf und führt sie nach Süden bis in die freie Landschaft weiter. In die Grünfläche sind öffentliche Freizeiteinrichtungen eingebettet. Der Grünzug in Ost-West-Richtung entlang des Dietenbachs wird über behutsame Eingriffe aufgewertet, ohne den naturnahen Charakter des Areals zu beeinträchtigen. Als Auftakt des neuen Stadtquartiers ist am Kreuzungspunkt zwischen den Sport- und Spielterrassen und dem grünen Band ein Platz mit Familienzentrum und Kita angeordnet. Insgesamt interpretiert der Wettbewerbsbeitrag das Thema Gartenstadt Orschel-Hagen auf eine neue und zeitgemäße Art und Weise.

Orschel-Hagen Süd Reutlingen  1.Preis

Das zentrale Element des Entwurfes sind die Wohnhöfe, die dem Konzept der Nachbarschaftsbildung innerhalb des Quartiers folgen. Die Reihen und Doppelhäuser bilden die westlichen und östlichen Raumkanten, eingestellte Mehrfamilienhäuser schließen die Höfe nach Norden und Süden ab. Durch die Anordnung unterschiedlicher Wohnformen und Wohnungsgrößen von Doppelhäusern bis zu behindertengerechten Etagenwohnungen ist eine soziale Durchmischung innerhalb der jeweiligen Quartiere gewährleistet. Die Wohnhöfe dienen der Erschließung der Häuser und sind der Dreh- und Angelpunkt der Anwohner. Hier sind die Spielplätze der Kinder, aber auch die Freiflächen für spontane Kommunikation und gemeinschaftliche Aktivitäten. Den Wohnhöfen ist auf der jeweils anderen Seite die private Gartenzone zugeordnet, die als Rückzugsort und Ruhezone genutzt werden kann.
Innerhalb der Wohnhöfe sind Haustypen angedacht, die insbesondere die Situation junger Familien als auch die nachhaltige spätere Nutzung berücksichtigt.

Der Reihenhaus-Typ beispielsweise kann zunächst als Starterhaus, mit 4-5 Zimmern errichtet werden. Später kann ein Ausbau im 2.OG auf 5-6 Zimmer einschließlich einer Dachterrrasse erfolgen. In einer späteren Nutzung wird das EG als altengerechte Wohnung abgetrennt und die oberen Etagen als Wohnung verkauft oder vermietet. Die Herstellung eines Kellers und der direkte Anschluss an die Tiefgarage sind optional möglich und können auf unterschiedliche Ansprüche und finanzielle Mittel hin angepasst werden. Durch die Flexibilität der Bebauung und der städtebaulichen Struktur soll ein bunter, nachbarschaftlicher und nachhaltiger neuer Ortsteil von Orschel-Hagen geschaffen werden.