Bebauung Seecarré Böblingen

Mehrfachbeauftragung 2. Preis 2017

Projektdaten


Wohnbebauung mit 100 Wohneinheiten, Gewerbeeinheiten, Tiefgarage mit 120 Stellplätzen und Freianlagen

Auftraggeber: Böblinger Baugesellschaft mbH

Wohnfläche: ca. 7.700 m²
Kubatur: ca. 52.880 m³

Entwurf: Carmen Nemenz, Birgit Lang und Kyoung Hee Jeon
Freianlagen: Cornelia Franke

Beschreibung


Das Planungsgebiet schließt als letzter Baustein das Quartier zwischen Herrenberger-, Karl- und Bahnhofstraße. Der Standort wird einerseits geprägt durch seine Lage direkt an den verkehrsbelasteten Straßen, andererseits bietet der Ausblick zum See eine besondere Standortqualität.
Die städtebauliche Figur wird Teil der Stadtsilhouette, gleichzeitig eine Einheit mit eigener Identität. Der Blockrand definiert eine klare Raumkante zu den Hauptstraßen und zum See und fungiert als Schallschutz.

Nach Norden und Osten hin wird er durchlässig und löst sich in Einzelbaukörper auf, die der Körnung des Bestandes entsprechen. Leichte Abweichungen von den 90°-Winkeln vermitteln zwischen den unterschiedlichen Richtungen des Bestandes und erzeugen spannende Ein- und Durchblicke. Die Höhenentwicklung an der Herrenberger Straße wird aufgenommen und zum kleinteiligen Bestand hin abgestaffelt. Der Hochpunkt setzt einen Akzent an der Ecke Herrenberger | Karlstraße.

Bebauung Seecarré Böblingen

Durch die Anordnung der Nutzungen in den Erdgeschossen (gewerbliche Nutzungen zu den Hauptstraßen, Wohnen zum ruhigen Gartenhof), die Positionierung der Zugänge sowie durch die transparente Gestaltung der Sockelzonen wird der Straßenraum belebt. Im Innenbereich entsteht ein lebendiger, grüner Gartenhof mit hoher Aufenthaltsqualität.

Das Konzept unterscheidet 2 Wohnstandorte für die 100 Wohneinheiten, die in der Fassadengestaltung ablesbar sind:

  • Stadtwohnungen zu den Hauptstraßen. Großzügige Wintergärten, die vom Lärm abschirmen, lassen von den Wohnbereichen aus den Blick auf den See frei, während die Schlafräume ausschließlich zum ruhigen Gartenbereich orientiert sind. Die klare Fassadenteilung mit gefassten Gebäudekanten unterstreicht die städtebauliche Figur und verleiht einen städtischen Charakter.
  • Ruhiges (Familien-)Wohnen zum grünen Gartenhof. Die Fassade mit den leichten Schrägen, den großzügigen Eckbalkonen und zurückgestaffelten Dachgeschossen wirkt aufgelockert und lebendig.
    Der modulare Aufbau der Baukörper auf einem einheitlichen Raster wird durch wiederkehrende Details ergänzt.
    Die gesamte Parkierung erfolgt in der Tiefgarage. Deren Zufahrt wird durch geschickte Ausnutzung der Topographie – ohne Flächenverlust im Wohngeschoss – innerhalb der Hauses untergebracht, so dass sie optisch nicht in Erscheinung tritt.

Die Straßenräume werden durch außenwirksame gewerbliche Nutzungen belebt. Baumreihen markieren die klaren Raumkanten und schirmen vom Straßenverkehr ab.
Im Innenbereich entsteht ein lebendiger, grüner Gartenhof mit hoher Aufenthaltsqualität. Private Gärten werden den Wohnungen zugeordnet, während der zentrale Bereich mit Spielplatz gemeinschaftlich genutzt werden kann. Ein großer Solitärbaum spendet Schatten und wertet den Innenhof auf.
Die geplante Durchwegung belebt das Areal und bildet die logische Trennung zwischen öffentlichen und privaten Bereichen.
Die fußläufige Erschließung ist barrierefrei und erfolgt für die Gewerbeflächen von den beiden Hauptstraßen, während die Wohnbereiche über die ruhigere Lyon-Sussmann- und Dr.-Richard-Bonz-Straße oder den Gartenhof erschlossen werden.